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Kultur in Franeker
Besuche das Eise-Eisinga-Planetarium und probiere die beste sûkerbôle Frieslands.
Entdecke Franeker, auch im Winter. Besuche das Eise-Eisinga-Planetarium (UNESCO-Welterbe) und probiere die beste sûkerbôle Frieslands.
Schräg gegenüber meinem Geburtshaus in Franeker steht das Königliche Eise-Eisinga-Planetarium. Als Kind ging ich jedes Jahr dorthin und war von den imposanten Deckengemälden beeindruckt. Mein friesisches Blut geriet in Wallung, als die UNESCO das Planetarium am 19. September 2023 in die Welterbeliste aufnahm. In Franeker wurde das mit einem Stück Oranjekoek gefeiert. Friesen reagieren nie überschwänglich, aber grutsk (stolz) sind sie auf jeden Fall!
Das Planetarium wurde zwischen 1774 und 1781 von Eise Eisinga gebaut, einem autodidaktischen Astronomen und Wollkämmer. Eisinga, geboren 1744, war von der Vorhersage einer bevorstehenden Planetenkonstellation inspiriert, die unter den Menschen Angst und Unruhe auslöste. Mit seinem außergewöhnlichen Wissen über Astronomie beschloss Eisinga, ein exakt funktionierendes Modell des Sonnensystems zu bauen, um die Sorgen der Öffentlichkeit zu beschwichtigen und zugleich seine eigene Leidenschaft für die Wissenschaft auszudrücken.
Die Präzision und das handwerkliche Können, mit denen Eisinga das Modell konstruierte, sind bjusterbaarlik. Mithilfe von Uhren und Zahnrädern simulierte er die Bahnen von Sonne, Mond und den fünf damals bekannten Planeten.
Das Planetarium von Franeker ist ein beeindruckendes Stück Handwerkskunst aus dem 18. Jahrhundert, das sowohl die historische als auch die wissenschaftliche Bedeutung der Stadt unterstreicht. Das Planetarium befindet sich im Wohnzimmer von Eisingas Haus und ist noch immer in Betrieb, womit es das älteste noch funktionierende Planetarium der Welt ist.
Als Kind fand ich Franeker ein bisschen langweilig, doch inzwischen sehe ich die Schönheit dieser Elfstedenstadt. Denk an die Grachtenhäuser, das prächtige (alte) Rathaus, das Martenahus mit seinem wunderschönen Stinzengarten und die Wallanlagen rund um die Stadt. Die Menschen sind freundlich, ruhig und gastfreundlich. Das ist die Kultur von Franeker.
Natürlich ist alles schöner, wenn die Sonne scheint, aber Franeker lohnt sich auch im Winter sehr. Neben dem Planetarium habe ich noch ein paar Tipps. Ich bin sicher, dass du neugierig auf diese alte Universitätsstadt in Friesland wirst.
Franeker hat mehrere Museen. Besuche doch mal die Martenastins, eine 1506 erbaute Stadtburg, in der heute das Museum Martena untergebracht ist. Oder besuche das Kaatsmuseum und lass dich von der Begeisterung für diesen friesischen Sport mitreißen.
Anschließend genießt du ein köstliches Mittagessen in dem beeindruckenden Art-déco-Gebäude der Brasserie de stadstuin. Früher befand sich hier die Kaffeerösterei der Familie van Balen. Als Sechsjähriger staunte ich dort Bauklötze. An den Duft von frisch gemahlenem Kaffee kann ich mich noch gut erinnern. Dieser herrliche Duft kommt zurück, wenn du hineingehst und ein gutes Mittagessen mit leckerem Kaffee genießt. Als Kind wuchs ich neben dem chinesisch-indischen Restaurant der Familie Cheung Kwong auf. Mein alter Nachbarsjunge, der jüngste Spross der Familie, bietet neben den chinesischen Klassikern inzwischen auch die leckersten thailändischen und japanischen Spezialitäten an.
Besonders übernachten kannst du unter anderem an malerischen Orten wie dem Bolwerkhuske oder Turfkade 9. Die friesische Gastfreundschaft wird dich überraschen.
Natürlich darfst du Franeker nicht verlassen, ohne friesische Leckereien probiert zu haben. Ich bin sicher nicht objektiv, aber bei Bakkerij Schaafsma wird wirklich die beste sûkerbôle gebacken. Kaufe bei Bakkerij Siesling die leckersten friesischen dúmkes.
Wir von familieboten.nl finden Friesland natürlich am schönsten vom Wasser aus in strahlendem Sommersonnenschein. Aber ich, als gebürtiger Franeker, genieße jede Jahreszeit in diesem schönen Städtchen. Ich bin froh, dass ich oft dort bin, und kann jedem empfehlen, es zu besuchen. Selbst wenn es draußen kalt und rau ist. Vergiss nicht, im Planetarium zu reservieren, und grüß die Leute dort in Franeker von mir!
Geschrieben von
Wietske
Familieboten